"Der Schreiber setzt seine Seele ins Tintenfass."

Deutsches Sprichwort

Es war ein Nachmittag vor vielen, vielen Jahren. Da lauschte ich meinem Bruder, der mir vom Weltenbaum Yggdrasil erzählte. Er legte damit nicht nur den Grundstein für meine schriftstellerische Karriere, sondern auch für mein Herzensprojekt. An diesem Tag schrieb ich die ersten Seiten meines ersten Romans. Die ersten Seiten von unzähligen Fassungen, die über die Jahre noch folgen sollten. Auch wenn ich das damals noch nicht wusste.

 

Mein Geburtsjahr ist 1988. In dem Jahr veröffentlichte Wolfgang Hohlbein zusammen mit seiner Frau den Roman "Drachenfeuer", Céline Dion gewann den ESC für die Schweiz und der Startenor Placido Domingo trat in Hamburg auf.

Es war eine gute Zeit, um mit drei jüngeren Geschwistern im Hamburger Speckgürtel aufzuwachsen. Keine 14 Jahre später folgte dann die Trennung unserer Eltern. So turbulent und schwierig und ungewohnt diese Zeit auch war, so hat sie mich doch nachhaltiger geprägt, als ich es damals angenommen habe. Durch sie habe ich das Thema gefunden, das sich durch alle meine Geschichten zieht: Wie kann man sich weiterentwickeln und über sich hinauswachsen, wenn man sich in einem emotionalen Konflikt mit einer nahestehenden Person befindet?

 

Irgendwann klopfte die Zukunft an und fragte mich, was ich mit ihr anstellen wolle. Was Vernünftiges, dachte ich mir. Pilotin wäre toll. Hat jedoch leider nicht geklappt und so studierte ich in Lüneburg Wirtschaftsrecht. Das Schreiben kam in der Zeit lange viel zu kurz, bis mich die Sehnsucht übermannte und einfach nicht mehr los ließ. In Form des "National Novel Writing Month" (kurz: NaNoWriMo) lernte ich eine weltweit vernetzte Gemeinschaft aus schreibenden Menschen kennen, die alle jedes Jahr im November danach streben, eine Geschichte mit 50.000 Wörtern zu schreiben.

 

Im November 2009 beendete ich das allererste Mal eine meiner Geschichten und hielt meinen ersten, vollständigen Roman in den Händen. Dass er nicht gut war, darüber müssen wir nicht reden. Ich halte es da vollkommen mit Hemingway, der gesagt haben soll, dass der erste Entwurf immer Mist ist. Viel wichtiger war jedoch, dass ich durch den NaNoWriMo meine Hamburger Schreibgruppe gefunden habe. Menschen, die mich verstehen und unterstützen. Seitdem nehme ich jedes Jahr am NaNoWriMo teil und betreue seit 2012 als Municipal Liaison das deutsche Forum.

 

Je mehr ich mich Jahr für Jahr von der Vernunft verabschiedete, umso mehr strebte ich danach, meine Leidenschaft auszuleben. Im Jahr 2015 machte ich bei Rainer Wekwerth, Autor der Labyrinth-Trilogie, den Grundkurs im kreativen Schreiben und überarbeitete dort das Konzept meinen NaNoWriMo-Romans von 2012. Es entstand eine vollkommen neue Geschichte und ich rechne es der Zusammenarbeit mit Rainer zu, dass mein Manuskript schließlich einen Verlag überzeugte, es als meinen Debütroman zu veröffentlichen. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze.

 

Seit 2016 studiere ich außerdem berufsbegleitend "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus" an der Faber-Castell Akademie. Als Abschlussarbeit ist es mein Ziel, ein Romanmanuskript zur Publikationsreife zu bringen. Das Projekt, das ich dafür ausgewählt habe: mein Herzensprojekt "Yggdrasil".